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Ausstellung "Sechse kommen durch die Welt"
Wurzeln, Wanderungen, Widersprüche in Originalen von Eric Carle, Leo Lionni, Peter Sis, Grégoire Solotareff, Tomi Ungerer und Ed Young

Im Mittelpunkt eines Gesamtprojektes der Berliner literarischen Institutionen unter dem Titel "Ortsversetzt" steht die Literatur von KünstlerInnen, die aus mannigfaltigen Gründen in verschiedenen Kulturkreisen lebten und leben und deren Texte diese Einflüsse spiegeln. Der Beitrag des Berliner Zentrums für Kinder- und Jugendliteratur LesArt im Rahmen von "Ortsversetzt" wird eine Ausstellung von Originalen weltbekannter Illustratoren sein, die am gemeinsamen Auftritts-Ort der Berliner literarischen Einrichtungen, dem Museum für Kommunikation, präsentiert wird. Die Entscheidung für eine Illustrationsausstellung leitet sich zum einen aus dem gemeinsam gewählten "weltliterarischen" Thema her, zum zweiten aus der Programmatik von LesArt, die sich im Namen des Berliner Zentrums für Kinder- und Jugendliteratur spiegelt, und sie richtet - zum dritten - die Aufmerksamkeit auf die Spezifik von Kinder- und Jugendliteratur, die in viel stärkerem Maße eine Wort- und Bildkunst ist als die Literatur für Erwachsene.
     Illustrationsinhalte und -stile speisen sich, ebenso wie Texte, aus sehr komplexen Einflüssen: Reale und künstliche Bilder aus der frühen Kindheit, Einflüsse aus der Bildenden Kunst, den Medien, der Werbung... und natürlich aus individuellen, politischen und sozialen Erfahrungen der Künstler an ihren jeweiligen Lebensorten... So wie die eingeladenen Wort-Künstler bewegten sich die präsentierten Bilderbuchkünstler in verschiedenen Kulturkreisen: Eric Carles Lebensorte sind die USA und Deutschland; Leo Lionni verbrachte Kindheit und Jugend in den Niederlanden, lebte dann in Italien, emigrierte 1933 in die USA und kehrte 1962 nach Italien zurück; Peter Sis verbrachte sein halbes Leben in Prag, reiste 1982 in die USA aus und lebt heute in Frankreich; Grégoire Solotareff wurde in Ägypten geboren, lebte im Libanon und gilt heute als französischer Bilderbuchkünstler; Tomi Ungerer wuchs im Elsass auf, arbeitete lange Zeit in den USA und ist heute in Irland ansässig; Ed Young stammt aus Shanghai und lebt heute in den USA.
     Kindheitsprägungen und Weltwanderungen hinterlassen Spuren in den "Weltbildern", die sich im Werk nachweisen lassen. Diesen Spuren in Bilderbüchern, die weltweit schon als Klassiker zu bezeichnen sind, zu folgen, ist eine besondere Facette im Rahmen des Gesamtprojekts.
     Ein solcher Ansatz ist überdies eine Kunst-Brücke zwischen jungem und erwachsenem Publikum.
     Große und kleine Ausstellungsbesucher können sich wandernd zwischen drei Präsentationsorten innerhalb des Museums für Kommunikation bewegen und dabei Entdeckungen in Bildern, Büchern, medialen Umsetzungen und an Objekten machen. In einem Begleitheft wird das Oeuvre der Künstler unter dem Aspekt der kulturellen Einflüsse auf Bildinhalte- und Stile genauer betrachtet. Für die Ausstellung entwickelt LesArt ein interaktives Veranstaltungsprogramm für Kinder, das ebenfalls auf "Ortswechsel" und damit verbundene Wahrnehmungen anspielt. Veranstaltungen mit den Künstlern selbst wenden sich an ein breites Publikum.

Die Ausstellung wird am 20.10.2001 um 18.00 Uhr im Museum für Kommunikation in Berlin-Mitte, Leipziger Str. 16, eröffnet. Die Finissage findet am 16. November 2001 um 19.00 Uhr in den Ausstellungsräumen statt. Zu Gast ist der Künstler Peter Sis.

Für die Ausstellung entwickelte LesArt interaktive Führungen für Kinder ab 6, die im Sinne einer "Schule des Sehens" Farben, Linien, Formen und Räume spielerisch wahrnehmen.

Von Dienstag bis Freitag bietet LesArt täglich um 10.00 Uhr, 11.30 Uhr und 14.00 Uhr interaktive Führungen von ca. 45 min. bis zu einer Stunde an. Gruppen bitten wir um vorherige Anmeldung bei LesArt. Bitte berücksichtigen Sie, dass sich das Programm an Vorschulkinder und Grundschulkinder bis zur 4. Klasse richtet.

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 9.00-17.00 Uhr
Samstag, Sonntag u. an Feiertagen: 11.00-19.00 Uhr

 

Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds - Kooperationspartner: Museum für Kommunikation